Neuigkeiten aus dem Kloster
«Benedicta» – Gesegnete im Alltag
Die Benediktsregel ist eines der grossen Lebensbücher. Ihre Aktualität hat bis heute nichts von seiner Kraft verloren. Die Schwestern im Fahr leben nach dieser Regel.
Die Oblatinnen vom Kloster Fahr beschreiben mit eigenen Worten einzelne Abschnitte dieser benediktinischen Lebensweisheit und nehmen Sie mit auf die Spurensuche des eigenen «gesegnet-seins» im Alltag.
Die Impulse wechseln Anfang und Mitte Monat.
«Benedicta» zum 16. Juli 2026 RB 37
«Die Regel soll für alle Altersstufen sorgen, und auf die Schwächen soll man Rücksicht nehmen, für die Nahrung gilt in keiner Weise die Strenge der Regel» Das wäre in etwa eine freie Übersetzung von RB 37, 1-3
Auch in RB 39 und RB 40 geht es um das Mass des Essens und Trinkens. Da ist zwar viel Klarheit drin, das Refektorium ist bei Benedikt kein Ort der Ausschweifungen, aber es geht auch um die «Rücksicht der verschiedenen Bedürfnisse».
Einmal mehr zeigt uns Benedikt seine Klugheit: Die Regel ist streng, aber nicht rücksichtslos. Es ist klar, was das ideale Mass an Essen und Trinken wäre für die Mönche. Aber Benedikt geht nicht mit dem Kopf durch die Wand. Er will nicht Recht haben, er will, dass die Brüder - und Schwestern – mit ihm auf dem Weg mit Gott und zu Gott bleiben.
Mir kommt dabei ein Satz von Teresa von Avila in den Sinn, sie sagte ihren Schwestern: «Tu deinem Leib des öfteren etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.»
Was braucht mein Leib heute? Etwas Ruhe? Ein Gespräch? Einen kühlen Ort? Etwas Bewegung? Oder einfach ein «Guezli» oder «Schöggeli»….
Was es auch sei, verurteilen wir weder uns noch andere, wenn sich Bedürfnisse des Körpers melden. Im Gegenteil: Der Satz: «Was kann ich heute Gutes für dich tun» wirkt manchmal Wunder :-)
Jeanine Dorothee Kosch, Oblatin Kloster Fahr
Foto Jeanine Dorothee Kosch
Führungen im Kloster Fahr
Übrigens: Eine individuelle Führung lädt ein zur Reise durch die lange und bewegte Geschichte des Klosters am Rande der Stadt Zürich, vermittelt Informationen zum Alltag der Benediktinerinnen vom Fahr und bietet unerwartete Einblicke hinter die Klostermauern.

