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Neuigkeiten aus dem Kloster

«Benedicta» – Gesegnete im Alltag

Die Benediktsregel ist eines der grossen Lebensbücher. Ihre Aktualität hat bis heute nichts von seiner Kraft verloren. Die Schwestern im Fahr leben nach dieser Regel.

Die Oblatinnen vom Kloster Fahr beschreiben mit eigenen Worten einzelne Abschnitte dieser benediktinischen Lebensweisheit und nehmen Sie mit auf die Spurensuche des eigenen «gesegnet-seins» im Alltag.

Die Impulse wechseln Anfang und Mitte Monat.

«Benedicta» 15.1.2026

RB 4,74 «Die Grundlage in all deinen Lebensumständen bleibt die Barmherzigkeit Gottes. Lass sie beharrlich und hoffnungsvoll zu»

In einem Kommentar zur Benediktsregel habe ich gelesen: «In ihr lacht mir die Fülle guten Lebenswandel entgegen.» Ein wunderschönes Bild, die Regel schenkt mir ihr Lächeln! Und das auch in Zeiten, wo ich wenig zu lachen habe. Benedikt sagt uns, wir sollen an Gottes Barmherzigkeit niemals verzweifeln. Zwar können an der Unbarmherzigkeit der Menschen manchmal fast verzweifeln, etwa wenn wir sehen, wie sich die Weltpolitiker benehmen, oder wenn wir Unversöhnlichkeit ausgesetzt sind. Benedikt hatte es zu seiner Zeit nicht besser und er schenkt uns deshalb im 4. Kapitel seiner Regel zahlreiche Werkzeuge der geistlichen Kunst. Benedikt sagt damit wohl sich selber, seinen Brüdern und auch uns heute eindringlich, wir sollen auf die Barmherzigkeit Gottes vertrauen und nicht verzweifeln. Weshalb ist Benedikt sich da so sicher? Er ist nicht naiv, er hat vieles – auch Unschönes – in seinem Leben erlebt, aber er kennt auch seine Bibel! Und diese zitiert er oft in seiner Regel, so auch in RB 4,77: «Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, hat Gott denen bereitet, die ihn lieben.»

Was ist nun schwieriger, Gott immerdar zu lieben oder an seiner Barmherzigkeit nicht zu verzweifeln?  Ich weiss es nicht, aber so oder so wir leben mit einer Verheissung – muss ich noch mehr wissen? Freuen wir uns doch einfach am Lächeln dieser Verheissung!

Jeanine Dorothee Kosch, Oblatin Kloster Fahr

Foto Jeanine Dorothee Kosch
«Engelsgruss» Von Veit Stoss in der Lorenzkirche Nürnberg

Führungen im Kloster Fahr

Übrigens: Eine individuelle Führung lädt ein zur Reise durch die lange und bewegte Geschichte des Klosters am Rande der Stadt Zürich, vermittelt Informationen zum Alltag der Benediktinerinnen vom Fahr und bietet unerwartete Einblicke hinter die Klostermauern.