Neuigkeiten aus dem Kloster
Jeder Schritt zählt!
Zehn Jahre Projekt «Kirche mit* den Frauen»
Im zehnten Jahr nach der Pilgerreise von St. Gallen nach Rom für eine «Kirche mit* den Frauen» hielt eine Gruppe von Pilgernden und weiteren kirchlich Engagierten Rück- und Ausblick auf die Entwicklung der Kirche.
Franz Mali aus dem Kernteam gab mit Beispielen einen Einblick in die Neuerungen im Vatikan, in einzelnen Bistümern und Pfarreien oder Seelsorgeeinheiten. Auch Hildegard Aepli und Eva-Maria Faber aus dem Kernteam berichteten zusammen mit der Gastgeberin Priorin Irene von den Wirkungen, die sie in ihrem Umfeld an Universität, Bistum und Kloster beobachten können.
Es tat gut zu erfahren, dass die Kirchenwelt sich in den letzten zehn Jahren doch bewegt – auch wenn es nur kleine Schritte sind. Die Botschaft, dass in der katholischen Kirche Frauen in Entscheidungen und Leitung einbezogen werden sollen, ist in der Schweiz und in Rom angekommen – «Gott sei Dank»! Denn bei Gott ist nichts unmöglich!
Im anschliessenden «Gespräch im Geist» in vier Gruppen teilten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen und Meinungen zu folgenden Fragen:
- Was hat mich angesprochen und nährt meine Hoffnung für eine geschwisterliche Kirche?
- Was vom Gehörten ermutigt mich für mein Engagement in der Kirche?
- Wo sehe ich für mich konkrete Schritte für eine lebendige, glaubwürdige Kirche? Was kann mir dabei helfen, die Hoffnung nicht zu verlieren?
Hier die Früchte dieser Gespräche in der Heiligen Geistkraft:
Gruppe 1
Wir sind gemeinsam unterwegs zu einer synodalen Kirche, geleitet von der Utopie, dass «Oben und Unten» näher zusammenrücken.
Wir freuen uns auf eine Kirche, in der es bedeutungslos ist, ob Glaubende und Engagierte Mann oder Frau sind.
Wir träumen von einer Kirche, die Verantwortung übernimmt, nicht nur für sich als Kirche, sondern auch für die Gesellschaft.
Wir bewundern die Unverdrossenheit und den Mut, Neues zu denken, die Kreativität, neue Formen zu finden.
Wir sind dankbar für die Vorbilder, die wir in Jesus, in der Bibel und in unseren Weggefährt:innen finden.
Kraft schöpfen wir aus dem Gebet und aus der Schönheit – die Schönheit für Auge und Ohr.
Gruppe 2
Unsere erste Orientierung ist Jesus, der sich nicht patriarchal, sondern revolutionär verhalten hat.
Der Weg ist das «Gespräch im Geist» im synodalen Prozess, der eine neue Erfahrung ermöglicht und die Möglichkeit mit sich bringt, einen Perspektivenwechsel zu erleben.
Dadurch können alle, alle, alle mitwirken und dürfen sich mit ihrer eigenen Geschichte und den Fähigkeiten einbringen.
Das Bewusstsein für die Sprache ist entscheidend.
Gruppe 3
Vertrauen, Hoffnung und Gemeinschaft: damit und daraus leben wir.
Wir nähren mit- und untereinander immer wieder die Hoffnung auf eine neue und geschwisterliche Kirche.
Wir spüren und erleben in unseren Gemeinschaften das Feuer, wir nähren es in uns und geben es weiter, jede mit ihren eigenen Gaben.
Wir lernen, Mut zu haben, um ehrlich, offen und wahr zu sprechen und miteinander umzugehen.
Wir sehen, würdigen und gehen auch ganz kleine Schritte, denn die braucht es auch.
Und in allem und über allem vertrauen wir auf die Wirkung der Geistkraft, die alles durchdringt und manchmal auch heilsam durcheinanderbringt – manchmal auch ganz anders wirkt, als wir es uns vorstellen.
Aber wir wollen und können das Vertrauen und die Hoffnung nicht aufgeben, die im Versprechen liegt: siehe, ich mache alles neu.
Gruppe 4
Für Gott ist nichts unmöglich! Kein Traum, keine Utopie.
Bitten wir um Offenheit die Möglichkeiten zu entdecken. In kleinen Schritten streben wir nach einer gleichberechtigten Kirche!
Denn Gott hat uns GROSS gedacht, gehen wir geschwisterlich und mutig auf den Spuren Jesu. Bestärken wir einander und geben wir uns gegenseitig Kraft.
Wir gehen weiter, kein Schritt ist umsonst; jeder Schritt und sei er noch so klein, ist wirksam.
Was im Kleinen geschieht wirkt sich auf das grosse Gannze aus.
Vielen Dank für die Gastfreundschaft der Schwestern, die stärkende Kraft und die Gemeinschaft, die im Kloster Fahr spürbar wurde. Mit dieser Bestätigung engagieren sich alle Teilnehmenden weiter mit Mut und Hoffnung für eine glaubwürdige Kirche in ihrem Umfeld!
Regina Käppeli (Text)
Florence Kaegi (Bilder)

Führungen im Kloster Fahr
Übrigens: Eine individuelle Führung lädt ein zur Reise durch die lange und bewegte Geschichte des Klosters am Rande der Stadt Zürich, vermittelt Informationen zum Alltag der Benediktinerinnen vom Fahr und bietet unerwartete Einblicke hinter die Klostermauern.
