Neuigkeiten aus dem Kloster
«Benedicta» – Gesegnete im Alltag
Die Benediktsregel ist eines der grossen Lebensbücher. Ihre Aktualität hat bis heute nichts von seiner Kraft verloren. Die Schwestern im Fahr leben nach dieser Regel.
Die Oblatinnen vom Kloster Fahr beschreiben mit eigenen Worten einzelne Abschnitte dieser benediktinischen Lebensweisheit und nehmen Sie mit auf die Spurensuche des eigenen «gesegnet-seins» im Alltag.
Die Impulse wechseln Anfang und Mitte Monat.
Benedicta zum 1. Januar 2026
«Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.» RB, Prolog 31
Im Prolog verweist Benedikt immer wieder auf die heilige Schrift. So auch beim Vers 31. Dort sagt er, dass auch Apostel Paulus nichts von seinen Verkündigungen als sein Verdienst angesehen hat.
Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. (1Kor 15,10)
Benedikt schreibt, dass wir uns nicht selbst rühmen, sondern unser Tun der göttlichen Gnade zuschreiben sollen.
Gnade, was für ein besonderes Wort! Es lohnt sich, darüber nachzudenken.
Wann wurde mir in letzter Zeit Gottes Gnade bewusst? Was bedeutet Gnade?
Mein Lexikon meint, Gnade sei die unverdiente, nachsichtige und liebevolle Zuneigung Gottes. Das sehe ich auch so. Gnade, ein wunderbares Geschenk!
Gott weiss, dass wir viele Fehler machen. Er ist uns dennoch gnädig und liebt uns. Wir alle sind Kinder Gottes und erfahren seine Gnade auch in den Menschen, denen wir begegnen und in der Natur. Durch Gottes Gnade gelingt uns so manches. Rühmen wir uns deshalb nicht selbst, sondern schreiben es vielmehr der Gnade Gottes zu.
Madeleine Delbrêl (1904 -1964) meint dazu: «Gott schenkt uns seine Gnade, aber er schenkt sie nur, wenn etwas in uns freiwillig danach verlangt. (Invisible Amour, Seite 101) Wirklich? Ich vertraue darauf, dass er uns seine Gnade unvoreingenommen schenkt und wir sie einfach annehmen dürfen. Die Mutter Gottes ist da ein Vorbild. Zu ihr beten wir: Gegrüsst seist du Maria, voll der Gnade.
Ursina Maria Busenhart-Nüssli, Oblatin Kloster Fahr
Führungen im Kloster Fahr
Übrigens: Eine individuelle Führung lädt ein zur Reise durch die lange und bewegte Geschichte des Klosters am Rande der Stadt Zürich, vermittelt Informationen zum Alltag der Benediktinerinnen vom Fahr und bietet unerwartete Einblicke hinter die Klostermauern.

