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Neuigkeiten aus dem Kloster

«Benedicta» – Gesegnete im Alltag

Die Benediktsregel ist eines der grossen Lebensbücher. Ihre Aktualität hat bis heute nichts von seiner Kraft verloren. Die Schwestern im Fahr leben nach dieser Regel.

Die Oblatinnen vom Kloster Fahr beschreiben mit eigenen Worten einzelne Abschnitte dieser benediktinischen Lebensweisheit und nehmen Sie mit auf die Spurensuche des eigenen «gesegnet-seins» im Alltag.

Die Impulse wechseln Anfang und Mitte Monat.

Benedicta zum 15. Mai 2026

RB 5,14   Über den lustlosen und saumseligen (nachlässigen) Gehorsam

Ein Gehorsam dieser Art ist nur dann Gott angenehm und für die Menschen beglückend, wenn der Befehl nicht zaghaft, nicht saumselig, nicht lustlos oder gar mit Murren und Widerrede ausgeführt wird.

Der Gehorsam ist in den Augen Gottes nur willkommen, wenn ich ohne Wenn und Aber das tue, was von mir verlangt wird. Das verstehe ich. Im Vater unser steht: Dein Wille geschehe. Verstehen und Handeln ist aber bekanntlich nicht dasselbe. Daher setze ich einige Fragezeichen zu diesem Vers.

Macht Gehorsam tatsächlich glücklich? Muss der Eigenwille mit dem Eintritt ins Kloster ganz verschwinden? Hat gesunder Menschenverstand keinen Platz im Kloster? Muss man bedingungslos sofort, ohne Murren oder Trotzen, möglichst fröhlich gehorchen?

Die Regel sagt klar ja. Benedikt ist der Meinung, dass Befehle sofort ausgeführt werden müssen. In erster Linie geht es ihm um den Beweis der Ernsthaftigkeit gegenüber Gott, und zweitens um die Gemeinschaft.  Wenn im Kloster ohne Murren und ohne Widerrede gehorcht wird, trägt man mit dieser positiven Haltung zum Wohle aller bei. Widerwilliger Gehorsam belastet eine Gemeinschaft, weil alle das Desinteresse «zwischen den Zeilen» spüren.

Als Kind murrte ich gelegentlich, wenn ich etwas für die Familie erledigen sollte. Meine Mutter sagte dann zu mir: Ach, komm, mach es dem Frieden zuliebe! Diese Art von Gehorsam ist zwar nicht mit dem oben genannten Vers vergleichbar, dennoch fühlte ich mich nach getaner «Pflicht» erleichtert, zufrieden und vielleicht sogar glücklicher.

                                                                                        Ursina Maria Busenhart-Nüssli, Oblatin Kloster Fahr

Führungen im Kloster Fahr

Übrigens: Eine individuelle Führung lädt ein zur Reise durch die lange und bewegte Geschichte des Klosters am Rande der Stadt Zürich, vermittelt Informationen zum Alltag der Benediktinerinnen vom Fahr und bietet unerwartete Einblicke hinter die Klostermauern.