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Neuigkeiten aus dem Kloster

«Benedicta» – Gesegnete im Alltag

Die Benediktsregel ist eines der grossen Lebensbücher. Ihre Aktualität hat bis heute nichts von seiner Kraft verloren. Die Schwestern im Fahr leben nach dieser Regel.

Die Oblatinnen vom Kloster Fahr beschreiben mit eigenen Worten einzelne Abschnitte dieser benediktinischen Lebensweisheit und nehmen Sie mit auf die Spurensuche des eigenen «gesegnet-seins» im Alltag.

Die Impulse wechseln Anfang und Mitte Monat.

15. September 2026  

„Sich selbst verleugnen, um Christus zu folgen.“          RB 4,10

Selbstverleugnung – ein altmodisches Wort! Ist nicht Selbstverwirklichung angesagt? Um zu verstehen, was hier gemeint ist, müssen wir die Schriftstelle anschauen, die Benedikt hier zitiert: „Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mt 16,24) Diesem Jesuswort geht die erste Ankündigung seines Leidens und seiner Auferstehung voraus. Darauf reagiert Petrus folgendermaßen: „Da nahm ihn (Jesus) Petrus beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen, und sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!“(Mt 16,22) – Wie verständlich: Petrus will nicht, dass Jesus leidet und stirbt! Doch Jesus weist Petrus scharf zurecht: „Tritt hinter mich, du Satan! Ein Ärgernis bist du mir, denn du hast nicht im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“ (Mt 16,23b)

„Sich selbst verleugnen“ bedeutet also: dem Willen Gottes folgen, nicht dem eigenen Willen, den eigenen Vorstellungen, auch wenn diese noch so plausibel erscheinen. Bedeutet konkret: durch Leiden und Tod mit Jesus gehen, um auch mit Ihm aufzuerstehen, mit Ihm zu leben!

So paradox es klingt: unsere Sicht ist begrenzt, wir sehen oft nur das Vordergründige. Jesus sieht weiter und tiefer. – Wie lange brauchte der von Jesus erwählte Petrus, um das zu begreifen! Er verleugnete noch im Hof des Hohepriesters nicht sich selbst, sondern dreimal Jesus: „Ich kenne den Menschen nicht.“ (Mt 26,72 und 74) – Tröstlich für uns: Jesus hat Petrus dennoch nicht aufgegeben – Er gibt auch uns immer wieder eine neue Chance.

                                                                    Renate Francesca Köbeler, Oblatin Kloster Fahr

Führungen im Kloster Fahr

Übrigens: Eine individuelle Führung lädt ein zur Reise durch die lange und bewegte Geschichte des Klosters am Rande der Stadt Zürich, vermittelt Informationen zum Alltag der Benediktinerinnen vom Fahr und bietet unerwartete Einblicke hinter die Klostermauern.