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Neuigkeiten aus dem Kloster

«Benedicta» – Gesegnete im Alltag

Die Benediktsregel ist eines der grossen Lebensbücher. Ihre Aktualität hat bis heute nichts von seiner Kraft verloren. Die Schwestern im Fahr leben nach dieser Regel.

Die Oblatinnen vom Kloster Fahr beschreiben mit eigenen Worten einzelne Abschnitte dieser benediktinischen Lebensweisheit und nehmen Sie mit auf die Spurensuche des eigenen «gesegnet-seins» im Alltag.

Die Impulse wechseln Anfang und Mitte Monat.

01.02.2026

„Die vierte Stufe der Demut: Der Mönch übt diesen Gehorsam auch dann, wenn es hart und widrig zugeht. Sogar wenn ihm dabei noch so viel Unrecht geschieht, schweigt er und umarmt gleichsam bewusst die Geduld. Er hält aus, ohne müde zu werden oder davonzulaufen.“                                                                RB 7, 35-36a

Benedikt beschreibt hier eine extrem fordernde Situation: hart und widrig geht es zu, ja jegliche Art von Unrecht wird dem Mönch zugefügt. – Wer würde da nicht mutlos werden oder aus der Haut fahren?

Anders bei Benedikt: der Mönch schweigt (tacite), er bleibt sich der Situation bewusst, d.h. er verliert nicht die Selbstbeherrschung (conscientia) und so, in dieser Haltung umarmt er die Geduld (patientiam amplectitur). Das heißt doch: er bleibt nicht einfach passiv, sondern wird aktiv. Er hält aus und läuft nicht davon. - ,Ein starkes Bild: die Geduld wie eine Person umarmen, Halt und Wärme spüren in einer Situation äußerster Kälte.

Mir kommt eine Stelle des Neuen Testaments in den Sinn, wo von Christus gesagt wird: „Als er geschmäht wurde, schmähte er nicht, als er litt, drohte er nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter.“ (1 Petr 2,23)

Es ist das Beispiel und der Geist Jesu Christi, die uns zu solcher Haltung die Kraft geben können. – Vielleicht hilft es schon, in einer schwierigen Situation nicht sofort zu reagieren, sozusagen zurückzuschlagen, sondern erst einmal innezuhalten, einen inneren Halt zu suchen. Dann bleiben wir Herr der Situation und lassen uns nicht zu unangemessenen Worten oder Handlungen hinreißen.

                                                                    Renate Francesca Köbeler, Oblatin Kloster Fahr

Führungen im Kloster Fahr

Übrigens: Eine individuelle Führung lädt ein zur Reise durch die lange und bewegte Geschichte des Klosters am Rande der Stadt Zürich, vermittelt Informationen zum Alltag der Benediktinerinnen vom Fahr und bietet unerwartete Einblicke hinter die Klostermauern.