Chorgebet

Nichts ist für das benediktinische Leben so charakteristisch wie das gemeinsame Chorgebet. Verteilt über den ganzen Tag heiligt es unsere Zeit. Sechs Mal am Tag treffen wir Schwestern uns zu diesem zumeist gesungenen Gebet, dessen Schwerpunkt die Psalmen bilden. Liegt es an den Texten, die vom Leben in all seinen Facetten erzählen oder liegt es an den meditativen Melodien? Jedenfalls kommt durch den gleichmässigen Fluss des Gesanges vieles auch in uns selber in Bewegung. Von daher überrascht es nicht, dass Benedikt das Chorgebet als «opus dei» (Werk Gottes) bezeichnet. In der Tat ist das gesungene Gotteslob zwar einerseits unser Werk für Gott, vielmehr aber geschieht dabei etwas an und in uns durch Gott. Das Chorgebet verwandelt unser Leben.

Benedikt ordnet den Tag nach den römischen Horen. Hora bedeutet die Stunde. Jede Stunde hat ihren eigenen Charakter und ihre eigene Beziehung zum Heilswerk Christi.