Kloster Fahr

Impuls in der Schöpfungszeit

15. September: Welttag des Meeres

Wer hat die wunderbare Meereswelt in leb- und farblose Unterwasser-Friedhöfe verwandelt? (LS 41)

fragt Franziskus, einen Hirtenbrief der philippinischen Bischöfe zitierend. Und gibt auch eine Antwort darauf:

Dieses Phänomen ist großenteils auf die Verschmutzung zurückzuführen, die ins Meer gelangt als Ergebnis der Entwaldung, der landwirtschaftlichen Monokulturen, der Industrieabfälle und der destruktiven Methoden des Fischfangs…Es verschärft sich durch den Temperaturanstieg der Ozeane. (LS 41)

Er erläutert, dass die Korallenbänke der (Sub)tropen dieselbe Wichtigkeit wie die Urwälder auf der Erde haben: sie geben Millionen Arten ein Zuhause. Darum ist ihre stetige Abnahme sehr beunruhigend, denn ihr Verlust bedeutet auch einen Verlust der biologischen Vielfalt. Das bedeutet für viele Tiere und Menschen einen Verlust ihrer Nahrungsgrundlage.  

Zu den „Wäldern der Meere“ gehört auch das Plankton, das ebenfalls bedroht ist. Es bildet u.a. eine wichtige Nahrungsgrundlage für Wale. Silja Walter hat einen humorvollen Text zur Jona-Geschichte aus der Sicht des Wals geschrieben. Dieser ist gar nicht begeistert davon, den geflohenen Propheten nach Ninive bringen zu müssen:

            Einer, der dir davonläuft –
            warum soll ich so einen wieder
            ausspucken?
            Wozu?
            Ich bin nur ein Wal.
            Aber habe ich dir jemals in meinem
            Leben
            auch nur eine Stunde
            den Rücken gekehrt?
            (GA 8, S. 494)

Und offenbart eine kritische Sicht auf die Menschheit, für die Jona hier stellvertretend steht:

            Was der sich aber erlaubt,
            was die Menschheit sich da gestattet:
            Fahrkarte lösen
            Und losfahren,
            genau in entgegengesetzter Richtung,
            wenn du sie rufst,
            nach Ninive zu gehen.

           Aber ich habe dir gehorcht.
            Tiere tun eben
            wie von selber das Richtige.
            Sie wissen,
            das Eine ist sicher:
            Einer ist,
            der ist Gott.
            (GA 8, S.495)

Etwas ähnliches könnte für unsere derzeitige Umweltkrise gelten: die Tiere sind nicht Verursacher der vielen Probleme, sondern wir Menschen. Eben weil wir den Schöpfer und die Kostbarkeit seiner Schöpfung aus dem Blick verloren haben. Jetzt ist es Zeit, Papst Franziskus Aufruf zu folgen, umzukehren und uns wieder Gott und seiner Schöpfung zuzuwenden.

Verfasserin des vorliegenden Textes: Novizin Judith Samson

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Text: Susann Bosshard-Kälin

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