Kloster Fahr

Impuls zum Palmsonntag

 

Weg_Palmsonntag

 

Heute beginnt mit der Erinnerung an den feierlichen Einzug Jesu nach Jerusalem die heilige Woche.

            Seht, er kommt, seht unseren Herrn nach Jerusalem reiten.
            Himmel und Erde zur heiligen Stadt ihn begleiten.
            Lobt ihn und preist
            Christus im Heiligen Geist.
            Kommt mit, erfüllt sind die Zeiten.

Die Gegenwartsform deutet an, dass es sich nicht nur um eine Erinnerung an ein geschichtliches Ereignis handelt, sondern dass sie sich an uns jetzt wiederholt.

            Lasst ihn nicht stehn, unsern Gott, vor verschlossenen Toren.

Jetzt mitten in der dritten Pandemie-Welle stehen allerdings wir vielerorts wieder vor verschlossenen Kirchentüren. Auch wenn uns uns die virtuell übertragenen Gottesdienste ermöglichen, in geistiger Verbundenheit miteinander zu feiern, ist das eine schmerzhafte Erfahrung.

Eigentlich wird hier aber vor allem unsere Haltung angesprochen: können wir uns in dieser Situation überhaupt Gott öffnen? Oder blockieren uns unsere Ängste, Sorgen, Frustrationen und Enttäuschungen? Können wir sie mit Jesus auf den Weg nach Jerusalem nehmen und ihm schließlich am Kreuz übergeben? Und wenn uns derzeit nicht nach singen zumute ist, dann können wir der Schöpfung zu hören, die das für uns übernimmt:

            Folget ihm nach in sein Reich, wir sein Volk, wir die Seinen.
            Singen wir nicht dem König, dann singt‘s aus den Steinen.

Es ist so ein freudiges Ereignis, dass selbst die Steine anfangen zu singen!

            Seht sie kommt, seht sie ist da, seine Stadt aus den Höhen.
            Da, wo er lebt und geht, da muss die Kirche erstehen.

Kirche ist eben da, wo Jesus ist. Allzu oft vergessen wir das, wenn wir mit den menschlichen Schwächen und dem verletzenden Verhalten kirchlicher Amtsträger konfrontiert werden, wie es gerade wieder durch die Verlautbarungen zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare geschehen ist. Sich vor Augen zu halten, dass die Kirche, als Leib Christi, etwas viel Größeres und Wunderbares ist, das hinter all diesen Menschlichkeiten steht, ist dann immer wieder Herausforderung, aber auch Verheißung!           


Quelle: KG, Lied 414

Vorliegender Text: Novizin Judith Samson

 

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