Kloster Fahr

Impuls zum vierten Fastensonntag

Laetare

Grundgedanke des heutigen Sonntags mitten in der Busszeit ist die „Freude“. Denn das Ziel der Umkehr zu Gott ist es ja, in Freude in Gottes Gegenwart zu leben. Das betont Sr. Hedwig mit ihrer Abwandlung des Matthäus-Textes, in dem Jesus die Menschen mit Beispielen aus der Schöpfung deutlich machen wollte, dass wir nicht in Zukunftssorgen verloren gehen sollen. Bei Matthäus klingt der Text eher mahnend, während Silja Walter die Freude betont. In einer Zeit, in der die Gegenwart fast allen viele Sorgen und einigen sogar Todesängste bereitet, erscheint das vielleicht manchen provokativ oder naiv. Es kann aber auch so verstanden werden, dass wir uns gerade jetzt immer wieder darum bemühen sollen die „kleinen Freuden“ im Alltag wahrzunehmen und weiterzugeben, in der Natur, in einem guten Gespräch, in einer (kleinen) Geste der Solidarität…Denn all das ist letztlich Gottes Geschenk an uns jetzt, der unser Leben -wie es auch kommt- in den Händen hält.

 

            Ihr sorgt euch zu Tod um euer Leben,
            um euer Brot und Gewand.
            Wie hingegeben
            die Vögel schweben
            im Wind überm Land.
            Sie säen kein Getreide,
            sie nähren sich voll Freude
            aus meiner Hand.

            Ihr sorgt euch zu Tod um euer Leben,
            ihr Armen, was habt ihr davon?
            Die Lilien schweigen
            Und schaun und erzeigen
            Sein Lob ohne Ton:
            Sie stehen in weisser Seide,
            in köstlicherem Kleide
            als Salomon.

            Ihr sorgt euch zu Tode um euer Leben,
            wie lang nur noch läuft seine Zeit.
            Ihr könnt seine Längen
            Kein Stündlein anhängen,
            seid fröhlich im Heut.
            Dann wird euch nichts genommen,
            im Jetzt ist Gottes Kommen
            und Ewigkeit.

            Ihr sorgt euch zu Tod um euer Leben,
            wo doch der Himmel drauf scheint.
            So lasst mich doch machen.
            Ich gab euch das Lachen,
            dass ihr nicht nur weint.
            Ich spreche stets: Es werde,
            und Himmel, Mensch und Erde
            sind schon vereint.

           

Quelle: „Lauter Licht. Fasten- und Osterbegleiter“ von Silja Walter
Verfasserin des vorliegenden Textes: Kandidatin Judith Samson

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