Kloster Fahr

«Schöpfungszeit»

Am 1. September beginnt mit dem „Weltgebetstag für die Schöpfung“ die ökumenische Schöpfungszeit, die am 4. Oktober, dem Gedenktag des Heiligen Franziskus, endet. Papst Franziskus hat die Schöpfungszeit 2015 auf Anregung der Orthodoxie auch in die Katholische Kirche eingeführt. In demselben Jahr hatte er seine Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“ herausgegeben. Darin ruft er „jeden Menschen auf dem Planeten“ angesichts der akuten Umweltkrise, die vor allem die Ärmsten trifft, auf, Sorge für „das gemeinsame Haus“, unsere Erde, zu tragen.

Mit Impulsen aus der Enzyklika oder von Silja Walter, in deren Texten die Schöpfung ebenfalls eine große Rolle spielt, möchten wir Sie jede Woche mit einem neuen Text einladen, die ökologische Spiritualität des Papstes kennenzulernen.

 

14. September: Tag der Tropenwälder

  • Die Ökosysteme der tropischen Urwälder enthalten eine biologische Vielfalt von einer enormen Komplexität, die ganz zu kennen beinahe unmöglich ist, doch wenn diese Wildnisse niedergebrannt oder eingeebnet werden, um Bodenbewirtschaftung zu entwickeln, gehen in wenigen Jahren unzählige Arten verloren, wenn die Gebiete sich nicht sogar in trockene Wüsten verwandeln. (LS 38)

Die zunehmenden Wüsten und der rapide Verlust der Artenvielfalt beunruhigen den Papst nicht nur aus existentiellen Gründen. Mit den Tropenwäldern schwindet nicht nur die Lebensgrundlage vieler Menschen, sondern die Lebensqualität aller:

  • Jedes Jahr verschwinden tausende Pflanzen- und Tierarten, die unsere Kinder nicht mehr sehen können…Unseretwegen können bereits Tausende Arten nicht mehr mit ihrer Existenz Gott verherrlichen, noch uns ihre Botschaft vermitteln. (LS 33)

Das bedeutet, dass jede Pflanzen- und Tierart durch ihr einzigartiges Dasein Gott jeweils auf ihre je eigene Weise lobt. Der Verlust der Arten wirkt sich also nicht nur negativ auf das Ökosystem aus, er bedeutet auch, dass die Selbst-Offenbarung Gottes in der Natur eingeschränkt wird, die Johannes Paul II so beschrieb:

  • Gott hat ein kostbares Buch geschrieben, dessen „Buchstaben von der Vielzahl der im Universum vertretenen Geschöpfe gebildet werden.“
    (LS 85)

Auch Silja Walter beschreibt, dass Fülle und Vielfalt von Gott gewollt sind und verwendet dabei, wie Papst Franziskus, das Bild des (gemeinsamen) Hauses:

  • Keine Kreatur kommt leer
    daher.
    Fülle
    ist des Schöpfers Wille.
    Hat er denn sein Haus für nichts
    gebaut?

    Leben braut
    Gebraus,
    Geschwirre,
    tanzt im Blut
    von Kiesel,
    Hirschkuh,
    Möwe,
    Mohn und Mensch –
    Glut und Flut –
    –     Niemals Dürre.
    (GA, Band 8)

 

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