Medienmitteilung

Abschlussfeier des Herbstkurses 2011/12
an der Bäuerinnenschule Kloster Fahr

«Wir lassen stolze Frauen gut gerüstet auf ihren Wegen weiterziehen.»

(pd/Kloster Fahr 30.1.2012) Sie haben gut gearbeitet und dürfen zu Recht stolz sein auf ihre Ausbildung und ihre Leistungen – die 27 Absolventinnen des zwanzigwöchigen Herbstkurses 2011/12 an der Bäuerinnenschule Kloster Fahr. Erstmals waren die Prüfungen in den 13 Modulen für alle obligatorisch; 95,6 Prozent der Modulprüfungen wurden erfolgreich abgeschlossen. An der Abschlussfeier vom 28. Januar 2012 durfte die Priorin des Klosters Fahr, Irene Gassmann, den jungen Frauen im Alter zwischen 19 und 34 Jahren ihre verdienten Abschlusszertifikate überreichen, die zur eidgenössisch anerkannten Berufsprüfung «Bäuerin mit Fachausweis» führen. Spezieller Gast an der Feier war der Kanton Aargau, vertreten durch Regierungsrat Alex Hürzeler und Mitarbeiter des Departements Bildung, Kultur und Sport sowie Vertreterinnen des Aargauer Landfrauenverbands.

Die Aussage des deutschen Musikers und Ingenieurs, Ernst Zaccharias «Freundschaft ist nicht nur ein köstliches Geschenk, sondern auch eine dauernde Aufgabe» stand als Motto über dem Herbstkurs an der bäuerlich-hauswirtschaftlichen Fachschule im Kloster Fahr. Gleich zu Beginn der von den 27 Absolventinnen gestalteten Abschlussfeier verrieten diese ihre ganz persönliche Auslegung des Kursspruchs. So verschieden die Frauen – von der Bäcker-Konditorin, über die Oberstufenlehrerin bis zur Landschaftsgärtnerin und Pflegefachfrau – so verschieden die Antworten: «Freundschaft heisst Freud und Leid zu teilen» – «Freundschaft ist ein Geschenk des Himmels» – «Freundschaft kann Berge versetzen» oder «Freundschaften sind zarte Blüten im Garten des Lebens».

«Ihr dürft stolz sein!»

Die Schulleiterin, Theres von Aarburg, erwähnte gleich zu Beginn ihrer Ausführungen die unfallbedingte Abwesenheit von Abt Martin Werlen, der es sich üblicherweise nicht nehmen lasse, den Schlussfeiern der Fachschule beizuwohnen und den Absolventinnen persönlich zu gratulieren. «Wir wünschen Abt Martin, der fast jeden Dienstagmorgen den Gottesdienst auch für die Absolventinnen unserer Schule leitete, schnelle und gute Genesung.» Frau von Aarburg liess sich in ihren Worten auch auf die Frage ein, ob und wo die Anwesenden in ihrem angestammten Beruf wohl schon einmal stolz gewesen seien und was diesen Stolz ausmache? Auf die Absolventinnen gemünzt, führte sie weiter aus: «Ihr dürft stolz sein auf euer Fachwissen und all die Fertigkeiten, die ihr hier im Fahr für euren Alltag erworben habt. Ihr dürft auch stolz sein auf die intensive Zeit mit zehn Schul-Lektionen pro Tag und Studium am Wochenende; und sicher auch auf das gute Zusammenleben im Internat und im Grosshaushalt – mit einem persönlichen Engagement rund um die Uhr, das Einiges an Rücksicht und gute Kommunikation erforderte.» Und zum Schluss meinte sie: «Wir blicken auf ein gutes halbes Jahr, auf eine gute gemeinsame Zeit zurück. Wir lassen – so hoffe ich – stolze Frauen, gut gerüstet, ihren Wegen weiterziehen.»

Offene Türen und beratende Unterstützung aus dem Aargau – Standortkanton der Bäuerinnenschule

Priorin Irene Gassmann beleuchtete in ihren Ausführungen die Beziehung der Bäuerinnenschule zum Kanton Aargau. «Der Kanton Aargau ist Standortkanton unserer Schule, obwohl das heutige Schulgebäude auf zürcherischem Boden liegt. Fahr ist eine aargauische Exklave von rund 1,5 Hektaren. Bei der Gründung der Schule, 1944 war das erste Schulgebäude im sogenannten Riegelhaus und, wie die gesamte Klosteranalage, im Kanton Aargau. » Weiter führte sie aus, dass Anfang der 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, als es um die Finanzen der Schule nicht eben rosig stand, nicht zuletzt auch dank Unterstützung der Aargauer Regierung der Schulbetrieb weitergehen konnte. «Ob die Klostergemeinschaft bei einem negativen Entscheid aus Aarau die Schule weitergeführt hätte, wissen wir nicht. Was wir heute aber sagen können ist, dass mit jenem Entscheid Weichen für die Zukunft der Schule gestellt wurden.» Und auch heute sei die Situation an der Schule nicht einfach. «Die personellen Ressourcen aus der Gemeinschaft nehmen stetig ab. Wir haben seit 2003 eine weltliche Schulleiterin und von den zehn Modulverantwortlichen ist heute nur noch eine aus der Reihe der Schwesterngemeinschaft.» Zum Schluss dankte sie der Aargauer Regierung für ihre wertvolle Unterstützung: «Von unseren Ansprechpartnern in Aarau, früher im Amt für Landwirtschaft und seit 2004 im Departement Bildung Kultur und Sport (BKS) erfahren wir immer wieder offene Türen und beratende Unterstützung. Ich möchte Ihnen Herr Regierungsrat Hürzeler und allen Verantwortlichen im Departement für die angenehme, unkomplizierte Zusammenarbeit danken.» Der Aargauer Bildungsdirektor seinerseits machte die Feststellung, dass der Aargau auch ein Landwirtschaftskanton sei. «Die Bedeutung von Land- und Forstwirtschaft bemisst sich zwar weniger nach der Zahl der Beschäftigen – es sind weniger als 10‘000 – als nach der bewirtschafteten Fläche. Sie beträgt im Aargau rund 1‘100 km2 oder 80 Prozent der gesamten Kantonsfläche. Ausserdem ist der Aargau mit 400 Hektaren Rebfläche der drittgrösste Weinbaukanton der Deutschschweiz.» Er betonte weiter, dass er als Bauernsohn auf einem grösseren Betrieb in Oeschgen im Fricktal aufgewachsen, mit der Landwirtschaft noch heute sehr verbunden sei und dass seine Mutter im Winter 1959/60 erfolgreiche Absolventin der Bäuerinnenschule im Fahr gewesen sei. Er dankte der Schulleitung, den Lehrpersonen und den Schwestern für ihr besonders Engagement bei der fachlich kompetenten und motivierenden Ausbildung der jungen Frauen. «Und ich gratuliere Ihnen, geschätzte Absolventinnen, zum erfolgreichen Abschluss und ich danke Ihnen für ihr Interesse an der Land- und Hauswirtschaft, an Familie und Gesellschaft sowie für ihre Bereitschaft und Ihren Willen in diesen Bereichen einen kompetenten Beitrag zu leisten.»

«Nur wer sich weiterentwickelt, bleibt präsent.»

Die Glückwünsche seitens der Landfrauen überbrachte schliesslich Helen Schreiber, Präsidentin des Aargauer Landfrauenverbands; sie animierte die jungen Frauen «bleiben Sie nicht stehen, bilden Sie sich auch nach der Zeit im Kloster Fahr weiter. Landwirtschaftsbetriebe haben sich zu Unternehmen gewandelt, in denen eine gute Aus- und Weiterbildung auch der Bäuerinnen wichtig ist. Ich ermuntere Sie auch, die Etappe zur Prüfung ‹Bäuerin mit Fachausweis› in Angriff zu nehmen. Denn: nur wer sich weiterentwickelt, bleibt präsent und attraktiv. Wer stehen bleibt, ist schnell vergessen.»

Priorin Irene überreichte den jungen Frauen zum Schluss der einstündigen Feier – während der auch eine witzige Schnitzelbank, eine Tour-d’Horizon durch den 20-wöchigen Kurs und gesangliche Einlagen nicht fehlten, die wohlverdienten Abschlusszertifikate.

Warteliste

Die nächsten beiden Semesterkurse an der Bäuerinnenschule Kloster Fahr sind komplett ausgebucht; es bestehen Wartelisten. Freie Plätze für die Ausbildung, die zum eidgenössischen Fachausweis «Bäuerin» führt, gibt es erst wieder im Frühlingskurs 2013.

Auskünfte und Anmeldung: Bäuerinnenschule Kloster Fahr, 8109 Kloster Fahr, schule@kloster-fahr.ch; Telefon 043 455 10 30 oder www.kloster-fahr.ch

Medienstelle Kloster Fahr – Susann Bosshard-Kälin


Medienmitteilung

Abschlussfeier an Bäuerinnenschule im Kloster Fahr

«Ihr habt Goldenes in euch zum Glänzen gebracht!»

(pd/ Kloster Fahr, 30. Juli 2011) An der Abschlussfeier der Bäuerinnenschule Kloster Fahr war der Kanton Schwyz mit Regierungsrat Othmar Reichmuth sowie Vertreterinnen der Schwyzer Bäuerinnenvereinigung als spezielle Gäste eingeladen worden. Von den 28 Absolventinnen des Frühlingskurses 2011 stammten zehn aus dem Kanton Schwyz. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen an der privaten, bäuerlich-hauswirtschaftlichen Fachschule ist auch in den kommenden Kursen ungebremst.

«Das Gramm Gold entdecken, das in jedem Menschen verborgen ist»

Das Motto des Frühlingskurses – von der Gründerin des Klosters Ingenbohl, Maria Theresia Scherer im 19. Jahrhundert geprägt – begleitete 28 Frauen im Alter zwischen 20 und 28 Jahren durch die anspruchsvollen und intensiven Kurswochen an der Bäuerinnenschule im Kloster Fahr. An der originellen Schlussfeier mit Zertifikatsübergabe vom 28. Juli 2011, präsentierten die jungen Frauen einen Teil dessen, was sie während zwanzig Wochen erfahren und erlernt hatten. Der sinnige Kursspruch zog sich denn auch wie ein goldener Faden durch die rund anderthalbstündige Feier. Magische Kieselsteine würden sich in Goldstückchen verwandeln, erfuhren die rund hundert Gäste durch eine pointierte Erzählung und auch die Schulleiterin Theres von Aarburg liess sich in ihren Worten vom Gold-Thema inspirieren: «Ihr habt euch voller Elan auf Goldsuche gewagt. Als Klasse seid ihr zusammen im Besitz von mindestens 28 Gramm Gold – dies in Form von Zielstrebigkeit, Initiative, Neugierde, Verantwortungsbewusstsein, Loyalität und Gelassenheit.» Dass dies kein leichtes Unterfangen war, führte sie aus: «In eurem Zusammenleben hier im Kloster Fahr hat es einen entscheidenden und mutigen Moment gegeben. Wir spürten, unter euch unterschiedlichen Menschen, hat es ziemlich gebrodelt. Vor Ostern sind wir alle zusammen im Schulzimmer gesessen. ‹Wer will, dass es unter euch besser werden soll und zwar für alle?› Stille! Nach einer für mich unendlich langen Minute seid ihr in corpore aufgestanden. Das war ein äusserst kraftvolles Statement. So viel positive Kraft habe ich noch nie erlebt. Für mich ist dieser Akt unvergesslich und er hat eure Klasse zu einer ‹goldenen Klasse› gemacht. Euer Zusammenleben hat sich nach diesem Gespräch auffallend und schlagartig zum Guten gewendet. Ihr habt Goldenes in euch zum Glänzen gebracht.»

Fachkurs wertvoller als Börsenkurs

Regierungsrat Othmar Reichmuth überbrachte einerseits den Dank für die Einladung und die Grüsse seitens der Schwyzer Regierung ins Fahr, zeigte sich andererseits zusammen mit seiner Gemahlin auch stolz über Tochter Resi, die den Frühlingskurs erfolgreich absolviert hatte. Er freute sich auch, dass die Schwyzerinnen mit einem Drittel des Frühlingskurses sehr gut vertreten waren. In seinen Ausführungen meinte er: «Durch das gemeinsame Lernen, Werken, das Internatsleben und die Feierabendgestaltungen haben Sie bestimmt gemäss dem Motto Ihres Kurses das Gramm Gold entdeckt, das in jedem Menschen steckt. Tragen Sie Sorge dazu, pflegen Sie es weiter. Denn Freundschaften, Verbundenheit mit anderen Menschen sind mehr wert als der Börsenkurs des realen Goldes! Egal, welchen weiteren Weg Sie wählen, Sie haben die Gewissheit, auf eine sehr sinnvolle Ausbildung zählen können, die Ihnen in vielen Alltagsfragen hilfreich sein wird.»

Aufs Mass und die richtige Mischung kommt’s an!

Die Schwyzer Bäuerinnenvereinigung war mit einerDreierdelegation angereist, alles Ehemalige der Bäuerinnenschule Kloster Fahr. Die Präsidentin der Schwyzer Bäuerinnen, Ursi von Euw, präsentierte auf originelle Weise anhand eines gefüllten Glases das Leben der Bäuerin: «Wie Sie sehen, ist unser Leben sehr vielschichtig, abwechslungsreich, ausgefüllt. Es hat nicht nur helle Seiten, sondern auch dunklere Stellen. Das Glas, innen und aussen, ist eine Einheit – symbolisch für unser Leben auf dem Hof, zusammen mit unserem Partner, mit der Familie, mit der Natur und den Tieren. In diesem Glas sind die trockenen Zutaten für einen Schwyzer Lebkuchen, nur die Flüssigkeit fehlt! Da kommt’s dann aufs richtige Mass an. Ein wenig zu viel vom Einen, etwas zu wenig vom Anderen – und schon gelingt der Lebkuchen nicht. Sie alle haben Ihre Rucksäcke mit einer Menge Wissen aus vielen Bereichen gefüllt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie alle immer das richtige Mass und die gute Mischung im Leben finden. Für eine jede von Ihnen haben wir ein Glas mit der Lebkuchenmischung zum Ausprobieren gleich mitgebracht.»

Ohne Unterstützung geht es nicht

Abt Martin Werlen vom Kloster Einsiedeln meinte in seinen Worten, dass das Gramm Gold oft an Orten versteckt sei, wo man es nicht vermutet: «Ich erinnere in Anlehnung an den Kursspruch, dass es immer wieder Ordensfrauen waren wie Schwester Maria Theresia Scherer, die wertvolle Netzwerke aufgebaut haben für Bildung, Krankenpflege und Seelsorge. Diese Frauen leisteten und leisten grossartigen Einsatz im Dienste einer breiten Öffentlichkeit. Dies tun auch die Schwestern hier im Fahr mit Engagement und grosser Selbstverständlichkeit.» Er dankte auch Regierungsrat Reichmuth für die Unterstützung seitens des Kantons Schwyz: «Eine Schule wie die Bäuerinnenschule im Kloster Fahr kann nicht existieren ohne die ideelle und finanzielle Unterstützung der Kantone.» Und zu den Absolventinnen meinte er, dass das Gramm Gold in jedem Menschen zu finden sei, unabhängig von Alter, Nationalität oder Religionszugehörigkeit. Er ermunterte sie: «Bleibt auf der Suche nach dem wertvollen Gramm Gold, das in jedem Menschen steckt.»

Das Wertvollste kann man nicht auf Papier drucken

Der Höhepunkt der gelungenen Feier war die Übergabe der Abschlusszertifikate an die jungen Frauen, die mit ganz unterschiedlichen, beruflichen Hintergründe ins Fahr gekommen waren. Nebst einer Milchpraktikantin, Köchinnen, Floristinnen, einer Hochbauzeichnerin, einer Bäckerin-Konditorin absolvierten den Kurs unter anderem auch fünf Studentinnen. Priorin Irene Gassmann: «Das grösste Goldstückli fehlt euch noch! Aber: Ist es wirklich das grösste, das euch noch fehlt. Ich meine, das Grösste, das Wertvollste aus diesen 20 Wochen kann man nicht auf Papier drucken; es sind die gemachten Lernerfahrungen im Unterricht, im Zusammenleben. Und es sind ganz persönliche Fähigkeiten, die jede Einzelne für sich entdeckt hat und entfalten konnte und es sind Freundschaften, die entstanden sind. Klar, die Zertifikate für die bestandenen Module sind Gold wert. Denn diese Goldstücke liegen nicht auf der Strasse; ihr habt sie erarbeitet. Ich gratuliere euch zu diesem Erfolg. Ich gratuliere euch, weil ihr euch entschieden habt, einzelne oder alle Module mit einer Prüfung abzuschliessen. Dies bedeutete, Zeit zu investieren sowie Lernaufwand und Prüfungssituationen auf euch zu nehmen.»

Nachfrage ungebrochen

Die Feier schloss nach einem Apéro und einer mit viel Applaus bedachten, abwechslungsreichen Modeschau mit Eigenkreationen der Absolventinnen – von der leichten Sommerhose, über urchige Trachtenhemden bis hin zum eleganten Blazer. Der Herbstkurs 2011/2012 ist mit 28 Teilnehmerinnen ausgebucht, wenige freie Kursplätze gibt es im Frühlingskurs 2012.

Informationen und Anmeldungen: Bäuerinnenschule Kloster Fahr, 8109 Kloster Fahr, Tel. 043 455 10 30 oder www.kloster-fahr.ch oder schule@kloster-fahr.ch

Medienstelle Kloster Fahr: Susann Bosshard-Kälin, 8109 Kloster Fahr


Portrait Ramona Burkart, Rothenburg LU

«Ich traue mich, Neues auszuprobieren.»

Das eidgenössische Diplom «Bäuerin» ist das berufliche Ziel der Hochbauzeichnerin Ramona Burkart aus Rothenburg (LU). Um dereinst kompetent einen eigenen Hof mit Hofladen führen zu können. «Der Semesterkurs an der Bäuerinnenschule im Kloster Fahr ist der ideale Weg dorthin. Ich absolvierte nach dem zwanzigwöchigen Kurs sämtliche vierzehn Modulprüfungen im Hinblick auf diese höhere Fachprüfung in zwei Jahren.» Ramona, die Bauerntochter, deren Mutter vor Jahren die bäuerlich-hauswirtschaftliche Fachschule im Fahr besuchte, startet Anfang August ihr Praktikum auf einem grossen Bauernhof im zugerischen Baar. «Dieses ist Voraussetzung für die Berufsprüfung. Ich werde dort im Hofladen mitarbeiten und auch die Produkte für diesen herstellen. Das habe ich ja in der Bäuerinnenschule gelernt – vom selbst gemachten Brot über Konfitüre bis hin zu Sirups und Kräutertees. Die Zeit im Fahr war grossartig und die Ausbildung vielseitig; sie steigerte meine eigene Kreativität und auch mein Selbstvertrauen. Ich traue mich nun, Neues auszuprobieren – etwa in der Küche, im Garten, beim textilen Gestalten. Auch im Zwischenmenschlichen durfte ich viel profitieren. Ich lebte zum ersten Mal in einem Internat und mit so unterschiedlichen Frauen zusammen. Ich lernte, Freuden zu teilen, Probleme gemeinsam zu lösen, Konflikte zu bearbeiten.» Nur etwas an Schlafmangel hat Ramona Burkart im Fahr gelitten! «An den Abenden wollte ich möglichst viel Kreatives tun – stricken, nähen, und dann auch mit meinen Klassenkameradinnen zusammensitzen und plaudern.»

Text: Susann Bosshard-Kälin


Portrait Martina Ruhstaller, Einsiedeln SZ

«Ich kann praktisch umsetzen, was ich gelernt habe.»

20 Jahre alt ist sie während des Kurses an der Bäuerinnenschule geworden, die gelernte Floristin Martina Ruhstaller aus Trachslau bei Einsiedeln. «Meine Mitschülerinnen haben mich an meinem Geburtstag zünftig gefeiert und am Schluss des Tages sogar in einer Badewanne ‹getauft›. Die Zeit im Fahr, mit so vielen unterschiedlichen Frauen, war überhaupt sehr gut. Natürlich gab es zwischendurch mal Reibereien; aber das gehört doch zu einer echten Lebensschule! Wir lernten aufeinander zuzugehen, offen zu sein für andere Ideen und Ansichten – ich durfte viel profitieren. Die Praxisnähe in der Ausbildung kam mir sehr entgegen. Gleich nach dem Kurs werde ich mit meinem Freund eine eigene Wohnung in Oberägeri beziehen. Was ich gemacht habe in der Bäuerinnenschule zügle ich gleich in die neue Wohnung – vom Wäschekorb über die Topflappen bis zum getöpferten Knoblauch- und Zwiebeltopf. Die Ausbildung im Fahr war für mich sehr wertvoll – Kochen, Nähen, Haushaltsführung mit Thema Haushaltbudget etwa – das alles kann ich praktisch umsetzen in meinem neuen Alltag. Zuhause bei meinen Eltern auf dem Bauernhof in Trachslau werde ich auch einen kleinen Gartenanteil haben. Obwohl ich als gelernte Floristin mit viel Know How im Bereich Garten ins Fahr eintrat, durfte ich Neues erfahren; etwa wie ich meinen Garten künftig naturnah, biologisch führen kann. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge vom Kloster Fahr weg. Die Klosterfrauen haben mich erstaunt. Nie hätte ich gedacht, dass sie so herzlich und offen sind. Der Einblick ins Klosterleben der Benediktinerinnen war für mich völlig neu, aber sehr wertvoll.»

Text: Susann Bosshard-Kälin