Textilien für liturgische Feiern - Paramente genannt - werden seit Jahrhunderten in Klöstern gestickt und genäht.

Vor rund fünfzig Jahren haben wir im Kloster Fahr die Paramenten-Herstellung von Stickerei auf Handweberei umgestellt. In der Webstube stehen 4 grosse mechanische Webstühle für Meterstoffe und zwei kleine Webstühle für die Stolas. Verarbeitet werden Seide- und Wollgarne, die nach eigenen Vorgaben gefärbt werden. Das Sortiment der Paramente im Kloster Fahr ist vielfältig: Stolas, Messgewänder (überwurfartig, mit grossem Kopfdurchschlupf), Tuniken (helles Messgewand mit Ärmeln), Alben (helles Untergewand), Dalmatiken (Übergewand mit Ärmeln für Diakone) Tauf- und Kommunionkleider, Ministrantengewänder sowie Altar- und Kelchtücher.

Die Paramente des Klosters Fahr sind schlicht und zeitlos. In einfachen Mustern, klaren Formen und kräftigen Farben wirken die Messgewänder und Stolas modern.

Das edle Material und die sorgfältige Verarbeitung der liturgischen Gewänder geben dem Gottesdienst einen festlichen Ausdruck.

 

Der Begriff „Paramentik“ leitet sich vom lateinischen „parare mensam“ (den Tisch bereiten) ab und bezeichnet das textile Kunsthandwerk im Bereich der Kirche.
 

Die liturgischen Gewänder haben sich aus den profanen Kleidern der ersten christlichen Jahrhunderte entwickelt. 1570 wurde erstmals als verbindlichen Farbkanon der liturgischen Gewänder: weiss, grün, rot, violett und schwarz in die Rubriken des Messbuches aufgenommen. Seit der Mitte des 18.Jahrhunderts wurden, als Reaktion auf das allzu weltliche Erscheinungsbild der liturgischen Gewänder, Seidenstoffe speziell für den kirchlichen Bedarf hergestellt. Doch erst im 19.Jahrhundert verwendete man christliche Motive wie Ähren- und Traubenmuster.

Auch das sakrale Gewand ist der Mode unterworfen, doch das Rad der Veränderung dreht sich langsamer als jenes der Mode der profanen Bekleidung.

(Literatur: Karen Stolleis in Dokumentation eines Kolloquiums )